NABU/NAJU Projekt "Erzwespen"

Kooperation NABU/NAJU Markgröningen mit der Entomologie (Insektenforschung) im Rosensteinmuseum am Löwentor in Stuttgart

Zwischenergebnis der Fallenjagd und des *Gallensammelns bei unserem Forscherbesuch am Donnerstag, 06.08.2015 am Nachmittag:


Wir waren ziemlich überrascht, dass unser zaghafter erster Beutezug so erfolgreich war. Mit offenen Armen wurden wir in den angenehm kühlen Kellerräumen der Entomologie von den Insektenforschern um Herrn Dr. Krogmann (Vortrag „Erzwespen“ am 03. Juli 2015 beim NABU) empfangen. Auch der Spinnenexperte, Herr Dr. Holstein, war mit von der Partie und begrüßte uns, da ihm die NABU Kids noch in guter Erinnerung waren als ausserordentlich motivierte Zuhörer bei seinem Referat über die Gliedertiere.


Man zeigte uns zunächst einmal die erstaunlich umfangreiche Schmetterlingssammlung und ließ uns einen Blick ins Käferarchiv werfen – ein Traum von Farben- und Formenvielfalt. Sodann ging es in „medias res“: Eine Sortiermaschine trennte die von uns mitgebrachten größeren und kleineren Insekten voneinander und ersparte den Entomologen Tage bis Wochen mühseliger Selektionsarbeit. Wir konnten also ganz schnell einen Eindruck von unseren Arbeitsergebnissen gewinnen. Und tatsächlich: Einige wärmeliebende Erzwespenarten ließen sich unter den starken Mikroskopen der Entomologie identifizieren. Auch aus den von uns gesammelten Pflanzengallen waren Erzwespen geschlüpft, was keine Selbstverständlichkeit ist. Hier würde man eher Gallenwespen erwarten anstatt der Parasitoiden unserer Zielgruppe. Die genaue Auswertung unserer Kleininsektenjagd wird noch geschehen.


Offene Fragen: Welche Arten sind FFH-Arten? Welche sind vom Aussterben bedroht? Welche sind als neu bzw. unbekannt zu bewerten? Wie ist das jeweilige Biotop einzuschätzen? Wie können wir bestimmte gefährdete Arten unterstützen? Was bedeutet ihr Vorkommen für andere (bedrohte) Insekten, Reptilien, Amphibien, Vögel, Säugetiere...?


Unser Besuch war geprägt von Freude, gegenseitiger Wertschätzung und Eintauchen in das präzise, wissenschaftliche Denken und Wirken. Die 2,5 Stunden in der dichten Arbeitsatmosphäre bei den Insektenforschern vergingen wie im Flug. Jedoch als wir uns nach dem herzlichen Abschied von den Biologen anschauten, hatten wir allesamt rote Augen von der Anstrengung.


Zum Abschluss stärkten wir uns mit Pommes (schmecken super mit Senf) um auch noch die aktuelle Ausstellung im Rosensteinmuseum genießen zu können. Besonders Eindrucksvoll: Der Bernsteinschatz in der oberen Etage des Hauses. Es erwartete uns dort eine Farben-, Formen- und Größenvielfalt mit diversen Tier- und Pflanzeneinschlüssen. Zum Beispiel teilten eine Mantis Religiosa (Gottesanbeterin) und eine Erzwespe in zwei kleinen transparenten Bernsteinen der Urzeit das gleiche ewig junge Schicksal. Ein toller Ferientag in angenehmer Museumskühle bei ca. 35–40 Grad Aussentemperatur.


Der NABU macht's möglich!


Falls jemand Lust bekommen hat, beim nächsten Mal dabei zu sein oder sich an der Erzwespenjagd zu beteiligen, bitte einfach anrufen: 07147-270245.

 

Übrigens: In der 9. Klasse winkt für junge motivierte Insektenforscher ein Praktikum in der Entomologie!


* Ein Auswuchs an Blatt oder Knospe als Kinderstube für die Gallenwespe (und anderer Schadinsekten). Dafür bildet das Insekt pflanzenähnliche Hormone, welche die Pflanze veranlassen, die Wucherung zu bilden. Die Erzwespe impft dann die Larve des Schadinsekts mit ihren eigenen Eiern.


Bildergalerie "Projekt Erzwespen"