17 Störche in die Freiheit entlassen

Bild: Frank Derer
Bild: Frank Derer

Störche, soweit das Auge reicht


Am Sonntag, 19. Juli 2015 um 10:00 Uhr, wurden 19 Störche, davon zwei Erwachsene und 17 flugfähige Jungtiere, auf der Kollerinsel im Rhein feierlich in die Freiheit weitläufiger Wiesen und Wolkenfelder entlassen.

Zu diesem ergreifenden Erlebnis hatte der Verein „Pfalz-Storch“ eingeladen. Die Mitglieder betreuen ehrenamtlich ein Informationszentrum und eine Aufzuchtstaion, sowie eine Voliere mit dauerhaft flugunfähigen Störchen. Deren reisefreudige Junge und solche, die aus dem Nest gefallen bzw. geworfen wurden, werden von den Ersatzstorcheneltern des Vereins aufgezogen und für den großen Flug nach Süden vorbereitet.

Man sah bei dem Event ringsum sehr glückliche und stolze StorchenliebhaberInnen, die sich ihrer ehrenamtlichen Anstrengungen, dreimal täglich füttern inklusive medizinischer Versorgung, bewusst waren. Jeder und jede einzelne wurde vom zahlreich erschienenen Publikum mit Applaus gefeiert. Interessant hervorzuheben, dass die freiwillige ökologische Jahreshelferin des Vereins sich besonders in der Storchenpflege engagierte.

Eine ganz besondere Stimmung kam auf, als die flugfähigen „Kinder“ nebst den seit 2014 stationären, jedoch inzwischen genesenen Altvögeln, im grün-blauen, unendlichen Naturraum ihre Flugversuche unternahmen. Frei sein, abheben, Bruchlandung, neuer Versuch, diesmal mit Aufwind, kreisen, Spiel mit dem Wind, Kapriolen, elegant runtersegeln, korrekte Landung, müde und erschöpft hinliegen im Gras. Einige schafften es nur bis zum nächsten Mast. Macht nichts. Wenig später gab's schon den nächsten Versuch. Endlich nicht mehr eingesperrt! Wir konnten uns der Rührung nicht erwehren. Es war ein unvergesslicher Moment für die Storchen AG vom NABU Markgröningen.

Nun sind zwei Tage vergangen und siehe da, jetzt bekommen wir auf Markgröninger Gemarkungsgrund Besuch. Zwei Altstörche stolzieren inmitten von 12 feurigen Halbstarken auf den Unterriexinger Schwemmwiesen herum. Ob es vielleicht die ausgewilderten Störche vom Sonntag sind? Fünf würden dann immer noch Übungsrunden drehen, bis sie auch ins herrliche Unterriexingen geflogen kämen. So oder so, wir freuen uns!!!

Übrigens war das nicht der erste Storchenbesuch bei uns. Vor ca. vier Wochen gastierte Herr Adebar an der Ingersheimer Strasse auf einer frisch gemähten Wiese. Letzten Samstag schlug er sein Nachtquartier auf dem Dach der Firma Kumpf auf. Am Sonntag schlief er auf dem Baukran eines Unterriexinger Neubaus. Am Montag wurden zwei Störche unweit des Sportplatzes angetroffen.... Die ornithologischen Sehnsüchte der Storchen AG des NABU Markgröningen scheinen sich ganz langsam zu erfüllen! Leider jedoch fehlt es noch immer an ungedüngten und temporär feuchten Wiesenstücken entlang der Enz, zur Schaffung von ausreichenden Nahrungsgründen. Aber vielleicht verzeiht Adebar uns das ja und brütet hier trotzdem in der nächsten Zeit. Denn so richtig langweilig findet er unsere Schwemmwiesen scheinbar doch nicht. Sollten die geschätzte Leserin und der geschätzte Leser irgendwo auf unserer Gemarkung Störche zu Gesicht bekommen, bitten wir um ein „Beweisfoto“ und einen Anruf unter 07147-270254 bzw. eine Email an hamburg-weltfremd@web.de


Nachtrag: Am 30.07.2015 befinden sich noch immer vier Störche in Unterriexingen. Zwei nächtigen auf den Flutlichtern des Sportplatzes, zwei auf dem Turm des Unterriexinger Schlosses.


Am 01.08.2015 wurde gar acht Störche in Unterriexingen angetroffen. Es scheint, als fänden sie genügend Nahrung im storchenattraktiven Unterriexingen.


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